Szemerédy Judit Über mich
Ich heiße Szemerédy Judit, bin in Budapest geboren. Derzeit schaffe ich in London und Budapest. Die Neigung zum Zeichnen und zum Malen zeigte sich schon in meiner Kindheit. Meine Eltern und Lehrer empfahlen mich, als sie mein Talent erkannt hatten, in die Bildkünstlergruppe des Bildkünslers Mór Tamás an. Als Schüler von Mór gewann ich mehrere Zeichenwettbewerbe- und Preise. Nach dem Gymnasiumabschluss machte ich einen kurzen Abstecher an der Kunstgewerbeuniversität, dann nahm ich an einer Gruppenausstellung in Österreich teil. Im Jahre 2006 organisierte ich meine erste eigene Ausstellung im Saal Barbakán von der Kulturkurie Klebersberg, darauf zog ich für einige Jahre nach London zu schaffen und die Sprache zu lernen, dann war Italien an der Reihe. Auf die Wirkung der hierbei erworbenen Inspirationen kehrte ich mit Bilder zurück, die von der von mir gewohnten Stil abwichen. Meine Bilder sind in zahlreichen Privatsammlungen ab 1996 bis zur Gegenwart zu finden.

Anschauung „Die Seele ist wie ein Eingriff, wenn sie tief genug ist, verhindert den anderen” Die Kunst ist auch wie ein Eingriff, Kommunikation mit der Seele. Sie gibt Zeichein für die Welt über die Zeit, in der wir leben. Wo sind wir, wo läuft unsere Welt hin? Oder nur die Antezedenzien setzen in ihrem unverfolgbaren Kreislauf fort? Wie ist die heutige Gegenwart? Sind wir verirrt?

Ich versuche bis in die Gründe zu graben… Vielleicht sollte man anfangen, bestimmte Grundbegriffe wieder ins Reihe zu bringen, bestimmte Grundwerte wieder zu schätzen. Das digitale Weltbild bestimmt heute die Medien und die wissenschaftlichen Ergebnisse. Mit dem Drücken der Enter Taste kommen die Entscheidungen gleich zur Geltung. Langsam verschwinden die Bücher, die Bilder, die Werte… Die mit der Hand greifbare, visuell „abtastbare” schöne…

Zum Beispiel zum Titel einer von meinen früheren Austellungen wählte ich die Elemente. Unter denen die Urelemente, aber nicht nur die primären, sondern auch die Elemente in höherem, philosophischem Sinn genommen. Haben Sie schon daran gedacht, dass das eine der Urelemente der Begriff des Ich ist? Aber welches Ich? Auf einem von meinen Bildern erscheint die Janusköpfigkeit, aber drinnen steckt vielleicht auch der Begriff der Zweiseeligkeit. Die Projektion des „höheren Ich” - des Selbst. Ich suche nach Zweiheit, stelle das Gute und das Schlechte, das Positive und das Negative, das Weiße und das Schwarze, den Anschein und das Wahre, das Feminine und das Maskuline einander gegenüber und nebeneinander. Jin und Jang, ob wir das innere Gleichgewicht, die innere Harmonie finden? Ich fliehe die globalisierte Wirklichkeit des 21. Jahrhunderts. Ich suche nach der Beständigkeit, dem Zentrum, der regungslosen Achse im Wirbel, nach dem festen, stillen Mittelpunkt der Seele. Die Symbolen (Elementen) von urtümlichen Kulturen, entschwundenen Zeiten mischte ich in meine Bilder hinein, als eine Botschaft, die überraschenderweise - unabhängig von Alter, Geschlecht, sozialer und ethnischer Zugehörigkeit – fast auf der gleichen Art und Weise wahrgenommen und bewertet werden. Meine Austellung im Jahre 2006 baute ich aufgrund einer Konzeption auf, als ob ich eine Geschichte vom Alpha bis zum Omega, von der Geburt bis zum Tode, von der Schöpfung bis zum Untergang erzählt hätte… ein ewiger Kreislauf. Alles fluktuiert, bewegt sich in meinen Bildern, es gibt keine statischen, geometrischen Strukturen.

Die Mischung der drei Farben und das Material begrenzt den Rahmen – da ich auf einem speziellen Papier mit der Tusche und mit Akryl arbeitete – daher übertrug ich diese Technik vor einigen Jahren versuchsweise aufs Leinen, auf eine von mir eher bevorzugte, dauerhaftere Fläche. Meine Studien im Ausland und die verschiedenen Wirkungen, die mich da trafen, beeinflussten meine derzeitige Stil in großem Maße, die ich in diesem Jahr im Rahmen einer selbstständigen Austellung schaustellen möchte.